Zwei U28-Gespräche in der vergangenen Woche

Vergangenen Montag war Johannes Steiniger (CDU) Gesprächspartner des BDKJ in einem U28-Gespräch. Lena und Tobias trafen sich mit ihm in Bad Dürkheim und diskutierten am Tisch im Inneren Pollis u.a. über Wahlalterabsenkung, Schulpolitik und Partizipation von jungen Menschen.

Zentrales Thema des Gesprächs mit Johannes Steiniger war das Thema Jugendbeteiligung. Der BDKJ plädiert für eine Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre. Johannes Steiniger begrüßte grundsätzlich das politische Engagement junger Menschen, doch hält er die Absenkung des Wahlalters nicht für nötig: „Das Verhältnis von Rechten und Pflichten von jungen Menschen ist derzeit recht ausgeglichen. Mit diesem Schritt würde es sich verändern. Dann müsste man auch auf die Straffälligkeit schauen.“ Oft wird über die Reife der Jugendlichen diskutiert. Diese sieht er allerdings nicht als Hindernis. Als Sozialkundelehrer fordert er ebenso wie der BDKJ eine frühzeitige politische Bildung und kann sich ein Fach “Politik und Wirtschaft” bereits ab der fünften Klasse vorstellen.

Natürlich bekam Johannes Steiniger am Ende auch die orangene U28-Brille aufgesetzt, um so sinnbildlich die Perspektive von Kindern und Jugendlichen in politischen Entscheidungsprozessen einzunehmen. Dabei bewertete Steiniger insbesondere die Schwarze Null – die Vermeidung von neuen Schulden – für kommende Generationen positiv und sprach sich mit Blick auf die Zukunft für eine Auseinandersetzung mit den Sozialversicherungen und Rente aus.

Zwei Tage später machte der BDKJ-Tourbus in Kaiserslautern am Altenhof halt. Anlass war ein jugendpolitisches Gespräch mit Gustav Herzog, Mitglied des Bundestages (SPD), das Lena führte.

In dem Beschluss “Beteiligt uns!” des BDKJ Speyer fordern die katholischen Jugendverbände echte Beteiligung, unter anderem die Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre. Dem steht Herzog kritisch gegenüber. In seinen Begegnungen mit Schülerinnen und Schülern würde dies nicht gefordert bzw. es sprächen sich sogar junge Menschen dagegen aus, da sie sich noch nicht reif genug fühlten. Lena hielt dem dagegen, dass in katholischen Jugendverbänden andere Erfahrungen gemacht werden. Wo Demokratie schon früh gelebt wird, fühlen sich Jugendliche auch fit genug, um diese aktiv zu gestalten – auch mit der Wahrnehmung des Wahlrechts.

Lena bat Herzog um einen Blick durch die U28-Brille mit Blick auf Jugend und Zukunft. „Ich sehe die Frage nach Solidarität. Diese dürfen wir nicht nur national beantworten. Diese muss europäisch und international beantwortet werden. Ich hätte nie gedacht, dass es so eskaliert in der Welt. Die Jugend in Europa muss aufstehen, um Europa zu verteidigen. Sie sind ohne Grenzen aufgewachsen. Gerade fangen wir an, sie wieder aufzubauen. Wir bewegen uns auf einem Niveau, auf dem wir den Auftrag haben, einander zu helfen.“

Im Gespräch griff Herzog auch die Debatte um die Wehrpflicht oder einen sozialen Pflichtdienst auf. Der BDKJ Speyer ist Träger von Freiwilligendiensten. So verrichten jährlich 125 junge Erwachsene in katholischen Einrichtungen ein FSJ. Herzog lobte die schon vorhandene Vielfalt an Freiwilligendiensten. Diese gelte es zu stärken, statt weitere Angebote zur verankern.

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