U28-Gespräch mit Torbjörn Kartes (MdB, CDU)

Mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche forderte die Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Speyer, Lena Schmidt, am 22.8.18 im Gespräch mit Torbjörn Kartes (MdB/CDU). Sie warb für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre: „Junge Menschen können sich auch mit 16 Jahren schon kritisch ihre Meinung bilden und ihre Haltungen argumentieren”, machte Schmidt deutlich. Sie traf Kartes in der Nähe des Berliner Platzes in Ludwigshafen im BDKJ-Tourbus “Polli”. Der Dachverband der katholischen Jugendverbände sucht im Rahmen seiner Strategie „U28- Die Zukunft lacht!” seit einigen Jahren verstärkt Gespräche mit Abgeordneten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In den Gesprächen spielt die Forderung nach mehr Partizipationsmöglichkeiten und einer Absenkung des Wahlalters eine zentrale Rolle: „Wir möchten, dass Jugend aktiv mitbestimmen kann- auch und gerade bei Wahlen. Deshalb ist uns die Absenkung des Wahlalters wichtig”, erklärte Schmidt. Kartes machte deutlich, dass eine Absenkung des Wahlalters alleine nicht möglich sei: „In der Summe unterstellt man einen bestimmten Reifegrad ab 18 Jahren. Das ist nicht nur im Hinblick auf Wahlen so, sondern auch zum Beispiel im Strafrecht oder beim Führerschein.” Eine reine Absenkung des Wahlalters sei daher nicht möglich und unter Umständen auch nicht hilfreich um das Ziel- ein Mehr an Partizipation- zu erreichen. Vielmehr müsse man bei der politischen Bildung im Vorfeld der Wahlentscheidung ansetzen.

Mit an Bord von „Polli” war auch Fabian Geib. Er vertrat im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten für Frankenthal, Ludwigshafen und den Rhein-Pfalz-Kreis die Sicht der ehrenamtlichen Leitungen der katholischen Jugendverbände. Geib leitet die Kolpingjugend im Diözesanverband Speyer und machte sich besonders für die Freiwilligendienste stark. In der aktuellen Diskussion um ein mögliches verpflichtendes Gesellschaftsjahr warb er für eine Beibehaltung der Freiwilligkeit. Er habe selbst vom Freiwilligendienst profitiert. Schmidt ergänzte: „Wir möchten nicht, dass ein allgemeiner Pflichtdienst Arbeitskräfte ersetzt, die auf dem Fachkräftemarkt gerade händeringend gesucht werden”, betonte die BDKJ-Diözesanvorsitzende. Sie wies auf die Freiwilligendienste in Trägerschaft des BDKJ Speyer hin, die aktuell mehr als 120 jungen Menschen einen freiwilligen Dienst im In- und Ausland ermöglichten. Kartes machte deutlich, dass es bei einer weiteren Diskussion um eine allgemeine Dienstpflicht zunächst um die Frage gehe, was verfassungsrechtlich möglich sei. Er sagte, veränderte Bedürfnisse und Sachlagen erforderten auch andere Antworten. Er sehe Chancen in einem verpflichtenden Gesellschaftsjahr, denn es ermögliche einerseits eine Reaktion auf den Fachkräftemangel gerade in sozialen Berufen und böte andererseits die Möglichkeit eines erweiterten politischen Bildungsangebotes.

Schmidt machte im Gespräch mit Kartes auf das für junge Erwachsene wichtige Thema Teilzeitarbeit und Befristung aufmerksam: „Uns ist es ein Anliegen, dass junge Menschen sicher in den Berufsalltag starten können. Befristete Verträge und insbesondere Kettenverträge mit Befristungen machen es jungen Menschen nahezu unmöglich, sich eine Existenz aufzubauen.” Kartes teilte die Einschätzung, dass aufeinanderfolgende befristete Verträge nicht wünschenswert seien, machte aber auch auf die Bedürfnisse der Unternehmen aufmerksam, die Befristungen oft aussprechen müssten, um wirtschaftlich arbeiten zu können: „Daher finde ich, dass wir mit der Verkürzung der sachgrundlosen Befristung im Koalitionsvertrag auf maximal 18 Monate einen guten Kompromiss gefunden haben, den es nun umzusetzen gilt. Zudem wollen wir vor allem Kettenbefristungen zügig abschaffen“.

Infos zur Strategie “U28- Die Zukunft lacht!”

> Beschluss “Beteiligt uns!”
>> Infos zum BDKJ-Tourbus “Polli”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.